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Presseberichte

Februar 2002
Das Herz Südafrikas schlug in der Riesaula

Wohltätigkeitskonzert des Lions Club mit dem Chor Shosholoza

Von Gabriela Koller

Ritterhude. "Jikel' emaweni" schallt es durch den Saal. Das zarte Rasseln einer Kalebasse mischt sich in den Chor der Stimmen. Im Rhythmus der Congas und Dundun-Trommeln tanzen 70 Füße vor, zurück, links, rechts. Einen Abend lang schlug in der Aula der Ritterhuder Riesschule das Herz Südafrikas. Singend und tanzend setzte der Chor "Shosholoza" auf der Bühne den Widerstand und Freiheitskampf der Schwarzen in Szene.

Der Lions Club Ritterhude unter seinem Präsidenten August Nolte hatte die 35 Sängerinnen und Sänger aus Bremen, Delmenhorst, Oldenburg und Hude zu einem Wohltätigkeitskonzert an die Hamme geholt. Die Gruppe tanzte und sang gleich für zwei gute Zwecke. Ein Teil des Erlöses geht an die Initiative "Jeto Jeten" (Lebe das Leben)im Kosovo. Seit vergangenem Jahr unterstützen die "Löwen" aus Ritterhude gemeinsam mit anderen Organisationen, das behinderten Frauen mit Bildungsangeboten eine neue Zukunft geben will. Mit einem Kammerkonzert in der Nachschubschule Garlstedt und einem Tannenbaumverkauf wurden bislang rund 16760 Euro gesammelt. Das Geld kommt dem Bau und der Einrichtung eines Hauses in Prizren zugute, in dem die Frauen künftig unter anderem den Umgang mit dem Computer, Englisch und Nähen lernen. Am 15 März ist Einweihung. Mit dem Ritterhuder Konzert fördert der Lions Club außerdem das Programm "Ithuteng Trust", ein Projekt des Chores Shosholoza. Es bietet Kindern und Jugendlichen in Soweto, deren Familien ermordet wurden, Hilfe bei schulischen und anderen Problemen.

"Shosholoza" singt seit 1989 für jene Menschen, die 45 Jahre lang unter der Knute der Apartheid litten und kämpften. In den Sprachen der Völker Südafrikas erwachte in der Riesschule die Geschichte der Schwarzen zwischen ihrer Unterdrückung durch die weiße Minderheit und ihrem Widerstand zum Leben. Da wurde der Raub der Heimat beklagt, ein verletztes Kind beweint, die Flucht mit dem Zug ins Exil nachgestellt. Im Laufschritt protestierten Arbeiter auf der Bühne, kämpferisch stampften Füße auf den Boden. Kein Lied, bei dem nicht etwas in Bewegung geriet. In den Farben der "Regenbogenfahne" Südafrikas tanzte der Chor auf der Bühne. Der Tanz war nicht nur schmückendes Beiwerk, er verlieh den gesungenen Worten Nachdruck. "In-ku-lu-leko" erschallte der Sehnsuchtsruf der Befreiung. Verträumt wiegten sich die Sänger hin und her, hoffnungsvolle Blicke schweiften auf der Suche nach einer besseren Zukunft in die Ferne. "Thula, Thula Mama" (Weine nicht, Mama) tröstete der Chor eine von Kummer gebeugte Mutter, geballte Fäuste reckten sich zum Widerstand in die Luft.

Es waren aber nicht nur politische Töne, die Shosholoza vor den rund 300 Zuhörern in der Riesaula anstimmte. In dem alten Liebeslied "mBube" (der Löwe) konnte das Publikum den König der Tiere durch den Dschungel streifen hören. "Weeh, weeh" ahmte der Chor den Gesang des Windes im Gras nach. Vögel kreischten, Baumwipfel rauschten. Als das Ensemble nach mehr als zwei Stunden mit der Hymne des African National Congress sein Konzert beendete, dankte ihm das begeisterte Publikum nicht nur mit viel Applaus. Als Erlös aus Spenden und Eintritt kamen insgesamt 3250 Euro für die Hilfsprojekte in Soweto und im Kosovo zusammen.

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