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Presseberichte

Januar 1996
Chorprobe: "Ich werde für dich kämpfen....."

Bewegungsvolle Lieder aus Südafrika füllen Pausenhalle bei „Tshotsholoza“-Chorproben

Delmenhorst.   Rhythmisch stampfen die Männer und Frauen im Halbkreis auf den Boden, ballen die Fäuste und singen melodisch „Shona Malanga“ zum Warmwerden. „Wenn die Sonne untergeht, werden wir warten, mit unseren Bazookas in den Wäldern“, heißt der Text des Kampflieds übersetzt, mit dem sie sich in der kühlen Pausenhalle der Hauptschule West am Stubbenweg anfeuern. Gesungen wurde er in südafrikanischen Townships bei Auseinandersetzungen mit der Polizeimacht, deren Knüppeln und Hunden im Nebel der Tränengranaten. Einmal im Monat sind solche ungewöhnliche Töne kombiniert mit tanzenden Bewegungen in der Schule zu sehen und zu hören - dann wenn das Tshotsholosa“-Chorprojekt probt.

In deutscher Sprache könnten die 35 Ihr Musikrepertoire nicht vortragen, ohne dafür öfter Kritik statt Beifall im Publikum zu ernten. Zu kämpferisch ist, provozierend, auch blutrünstig sind Teile ihrer Lieder. Und doch stehen sie alle dahinter - immer im Bezug auf die historischen Situationen; in der die Schwarzen in Südafrika ihre Gesänge komponierten. „Die Apartheid ist noch nicht vorbei, auch wenn das System an sich überholt st“, so Eckhard Buchberger; zweiter Dirigent. Gemeinsam mit Werner Ufferhardt, Lehrer an der IGS in Delmenhorst, leitet der 47jährige Kaufmann die Gesangsprobe. Politisch wollen sie sein und mit ihren Auftritten ihre Verbundenheit zu den Menschen im südlichen Afrika deutlich machen. So ist schon der Chorname eine solche Botschaft. „Tshotsholoza“ heißt übersetzt „Vorwärts! Voran!" und ist der Titel eines Arbeiterliedes der schwarzen Minenarbeiter; mit dem sie sich morgens weckten, um den Transport zur Arbeit nicht zu verpassen. „Die Lieder stehen natürlich teils konträr zu unseren eigenen pazifistischen Gedanken", erklärt Buchberger. Oftmals säße man dann zusammen, diskutiere; ob und warum man das Lied singen wolle. Auch die offizielle Abschaffung der Apartheid vor wenigen Jahren hat zu diversen Gesprächsrunden geführt, erinnert sich Linda Kohl«. „Wir wählen heute bewusst aus, was wir noch singen können“, so die Delmenhorsterin. Viele Volkslieder vom afrikanischen Alltag bereichern mittlerweile das über 100 Stücke umfassende Repertoire.

Seit etwa sieben Jahren gibt es die Gruppe, die aus einem Delmenhorster Gewerkschaftschor hervorgegangen ist. Private Kontakte der Chorleiter zu im Exil lebenden Südafrikanern brachte Leben und Motivation in die Gesangsarbeit. Mittlerweile hat Tshotsholoza gemeinsam mit einem holländischen Chor für südafrikanische, politische Lieder eine CD produziert, deren Erlös die 35 Sängerinnen und Sänger aus Delmenhorst, Hude,. Bremen, Lemwerder und Oldenburg im nächsten Jahr in das von ihnen besungene Land bringen oll. Auch mit diesem Ziel vor Augen sind die Mitglieder voll bei der Sache, melodisch wie rhythmisch. „Das wir uns nicht bewegen,, ist eher selten“, so Eckhard Buchberger. Dass es dazu Spaß machen muss, zeigt an diesem Abend etwa Günther Willms. Der Bremer Bänker ist gleich nach der Arbeit - noch in Anzug und Krawatte - gekommen, um mitzutanzen

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Ein Informationsblatt über die Arbeit des Chorprojektes kann angefordert werden bei:
Werner Ufferhardt
w.ufferhardt@t-online.de
Ulrike Gläser
uli.glaeser@gmx.net

Wir bitten herzlich um Spenden für die von uns unterstützten Projekte auf das nachstehende Konto!

Kontoverbindung:
Chorprojekt Shosholoza
Volksbank Oldenburg eG
IBAN DE40 2806 1822 3124 5145 00
BIG GENODEF1EDE
Stichwort:  Shosholoza-Projekte

Kontakt

 

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