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Südafrika  

Namibia 100 Jahre danach

Deutschland soll sich bei Herero entschuldigen

FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR). 28.Oktober 2003. Seite 7

GÖTTINGEN. 27. Oktober 2003 . DMH. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat an Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) appelliert, sich bei den Herero in Namibia für den von deutschen Soldaten begangenen Völkermord in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika zu entschuldigen. Fischer wird am Mittwoch in der namibischen Hauptstadt Windhuk erwartet, wo er Präsident Sam Nujoma trifft.

Die "Schutztruppe" des deutschen Kaisers hatte 1904 bis 1907 die Ureinwohner Namibias getötet, als sie sich gegen den Raub ihres Landes verteidigten. Von 80 000 Hereros überlebte nur ein Fünftel.

Nach dem Scheitern einer von der Herero Reparation Corporation angestrengten Schadensersatzklage gegen die Bundesrepublik Deutschland, die Deutsche Bank und eine deutsche Reederei, sollte Berlin einen Schritt auf die Herero zugehen, forderte die GfbV am Montag. Gleichzeitig bedauerte es die Menschenrechtsorganisation, dass die Bundesregierung bislang nicht zu einer offiziellen Entschuldigung bereit gewesen sei.

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