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Südafrika  

Dramatische Änderung in der AIDS Bekämpfung

Washington Post, 27.10.2006

Graig Timberg


Süd Afrika versucht gegenwärtig, sein schlechtes internationales Image bei der AIDS Bekämpfung los zu werden. In öffentlichen Äußerungen und privaten Treffen betonte stellvertretende Präsidentin Phumzile Mlambo-Ngacuka, dass man nunmehr den kausalen Zusammenhang zwischen HIV und AIDS anerkennt. Die Regierung würde die anerkannten AIDS Medikamente in den Mittelpunkt ihrer Bekämpfung gegen die Krankheit stellen und spielte bisherige Empfehlungen für Rote Beete und Zitronen als Heilmittel herunter.
Die landesweit führende AIDS Aktivisten Gruppe (Treatment Action Campaign) sagt, die Regierung kooperiert nun darin, AIDS Medikamente breiter verfügbar zu machen. Damit enden jahrelange Feindseligkeiten und Frau Mlambo-Ngacuka traf sich privat mit den Aktivisten. Man kann ganz deutlich eine Änderung feststellen sagt Zackie Achmat, der Vorsitzende von TAC.
Zwar gibt es noch immer Skepsis, schließlich hat die Haltung der Regierung andere weniger entwickelte afrikanische Länder von einer konsequenten AIDS Bekämpfung abgehalten. Während SA erst 2004 mit der Ausgabe von Medikamenten startete, begann der viel kleinere nördliche Nachbar Botswana bereits 2 Jahre zuvor. Heute erreichen Medikamente in SA rund ein Viertel (200.000) der bedürftigen erkrankten Menschen. Die heutigen Medikamente können das Leben von AIDS Kranken nicht nur um Jahrzehnte verlängern, sondern machen sie auch nahezu beschwerdefrei. Damit können sie ihre Kinder großziehen und beruftätig sein.

Die Änderung in der politischen Haltung der Regierung rührt offenbar aus dem sprunghaften Anstieg von Todesfällen in den Altergruppen von 20 - 40 Jahren (teilweise eine Verdreifachung seit 1997). Dies führte dazu, dass die Verantwortung für die Bekämpfung der Pandemie von der Gesundheitsministerin Tshabalala-Msimang in die Hände von Frau Mlambo-Ngacuka gelegt wurde.

Anti-AIDS Gruppen fordern nun die Ausweitung der Medikamentenausgabe auf 1 Mio. Menschen, sowie eine verstärkte Untersuchung von Menschen auf HIV Infektion. AIDS Vorsorge war bislang nahezu wirkungslos in SA, sogar Simbabwe und andere ostafrikanischen Länder haben mehr Erfolg bei der Bekämpfung der Krankheit. Fast fünf Jahre hätte man verloren, doch sei es nicht zu spät, die Infektion einer weiteren Generation zu verhindern.

Übersetzt von Gerold Boening

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