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Südafrika  

Streik mit tödlichen Folgen

June 08, 2007 Edition 1

Daily News Reporter, von www.dailynews.co.za

Staatliche Krankenwagen haben ihren Dienst eingestellt, da Sanitäter keine Krankenhäuser mehr finden, die Patienten aufnehmen. Jetzt fürchten sie um ihre Sicherheit angesichts gewalttätiger Streikender und aufgebrachter Familien der Patienten.
In einer schockierenden Veröffentlichung behaupten die Sanitäter, es habe bereits 30 streikbedingte Todesfälle im Addington Krankenhaus in Durban gegeben.
Die verzweifelten Krankenwagenbesatzungen berichten, sie seien von staatlichen und privaten Krankenhäusern abgewiesen worden und mussten die Patienten wieder nach Hause fahren, wo sie Gefahr liefen von den aufgebrachten Familien angegriffen zu werden.
Gestern abend weigerten sich die Besatzungen von 30 Nachtdiensten zu arbeiten. Auch würden die 45 Tagschichten heute nicht arbeiten, da sie Angst um ihre Sicherheit hätten. Sie wollen heute mit ihrem Management zusammentreffen.
Nach ausgedehnter Gewalt an Schulen und Krankenhaus im gesamten Land und besonders in der Provinz KwaZulu-Natal setzte die Regierung die Polizei zum Schutz dieser Einrichtungen ein.
Nahezu alle öffentlichen Schulen in Durban sind nach Drohungen und Einschüchterungen von seiten der streikenden Lehrer geschlossen. Diese Lehrer gehören hauptsächlich der 'South African Democratic Teachers Union' an.
Es gab auch Berichte von Einschüchterungen erwachsener Streikender gegenüber Schülern und Lehrer von Grundschulen.
Gestern fand eine Sondersitzung der verantwortlichen Kabinet Minister für Sicherheit statt. Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, die sich in einem Streik für Lohnerhöhungen befinden, kündigten eine Ausweitung des Streiks bis hin zu vollständigen Schließung des Öffentlichen Dienstes am nächsten Mittwoch an. Dann sollen 2 Millionen Beschäftigte beteiligt sein.
Die Minister für Sicherheit nahmen gestern eine Einschätzung der Sicherheitslage vor. 'Sie stellten Einschüchterung an mehreren Orten im Land fest und verurteileiten diese, von denen arbeitswillige Lehrer und Krankenhauspersonal betroffen sind.'
Die Regierung bestärkt arbeitswillige Angestellte des Öffentlichen Dienstes, ihre Arbeit fortzusetzen.
Die Sanitäter der Krankwagen äußerten, sie wollten ja arbeiten "aber jedes Krankenhaus in der Stadt weist Patienten ab und wir wissen, dass allein im Addington Krankenhaus seit Beginn des Streiks 32 Patienten gestorben sind"
Der Sprecher des Krankenhaus lehnte eine Stellungnahme hierzu ab.
Superintendent general des KwaZulu-Natal Gesundheitsdienstes Dr. Busi Nyembezi berichtete dass einige Patienten in staatlichen Krankenhäusern seit Streikbeginn gestorben sind, doch durch Personalknappheit sei es nicht möglich festzustellen, ob dies streikbedingte oder natürlich Tode waren.
Das Personal wurde aufgefordert, Aufzeichnungen hierzu zu machen, damit man nach dem Streik die Anzahl dieser Vorkommnisse ermitteln kann.

Chaos

Das leitende Management des Gesundheitdienstes zeichnete ein Bild des Chaos in einigen Krankenhäusern. Personal für Kühlräumen für Verstorbene wurden daran gehindert, zu arbeiten, so dass man Fremdfirmen ins Krankenhaus rufen musste.
In anderen Krankenhäuser reinigten Ärzte die Fußböden. Leitende Manager, Ärzte und Krankenschwestern seien mit dem Wechsel der Bettwäsche beschäftigt.
Im Mahatma Gandhi Memorial Krankenhaus war eine Schicht von Krankenschwester seit 36 Stunden im Einsatz.
Im Edendale Krankenhaus zwang man die Krankenschwestern wiederholt, die Stationen zu verlassen. Im Grey's und Northdale Krankenhaus blieb es ruhig bis auf das Nichterscheinen einiger Krankenschwestern.
Prince Mshiyeni, King George V and Mahatma Gandhi Memorial waren gestern Ziel von Streikenden.
Vor dem King George V Krankenhaus in Durban gab es 20 Verletzte und drei Gewerkschafter wurden verhafte und der Anstiftung und Ausübung von Gewalt angeklagt.
Einige Krankenschwestern erzählten, sie hätten keine Wahl als am Streik teilzunehmen und Polizei hätte sie ohne Anlass mit Tränengas und Gummigeschossen angegriffen.

übersetzt von Gerold Böning

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