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Südafrika  

Reiseziel Hoffnung

Christina Rau in Südafrika - Unicef Nachrichten Juni 2001

Honza Klein, Berliner Morgenpost

unicefUNICEF-Schirmherrin Christina Rau besuchte Hilfsprojekte in Südafrika. Es war eine Reise im Schattenreich der Menschheitsgeißel AIDS. "Wir haben Südafrika beim Kampf gegen die Apartheid unterstützt. Dann können wir doch jetzt nicht wegsehen", sagt sie.

Auf dem Flughafen von Johannisburg: wird die deutsche First Lady vom örtlichen UNICEF-Repräsentanten Jesper Morch mit Fakten begrüßt. "4,2 Millionen Südafrikaner tragen den tödlichen Virus in sich. darunter bis zu 300.000 Kinder", sagt er. Im Laufe der Woche wurde die Zahl schon wieder ungültig. Die neueste offizielle Statistik nennt bereits 4,7 Millionen. Inoffizielle Schätzungen liegen sogar bei bis zu acht Millionen Infizierten.

Täglich werden 300 Kinder mit dem Todesurteil HIV geboren. Jede vierte Schwangere ist infiziert. Von 1990 bis zum Jahr 2000 starben eine Million Menschen an AIDS. Das sind die Zahlen, ist nüchterne Statistik. Welches zum Teil unermessliche Leid, welche riesigen Probleme sich für die Menschen dahinter verbergen, das will Christina Rau auf ihrer Reise erfahren. Das Problem müsse in die Gesellschaft getragen werden. Die Menschen müssten sensibilisiert werden. "Spendenbereitschaft kann man nur erzeugen, wenn man konkret erzählen kann, wofür das Geld nötig ist", meint sie.

Soweto - South West Township. Ein Name, der für die Schrecken der Apartheid stand. Aberr nicht vieles ist seit der Wende, wie das Ende der Rassentrennung genannt wird, besser geworden. Arbeitslosigkeit, Armut, Kriminalität und eben HIV-Infektionen. Christina Rau besucht ein Zentrum der Hilfsorganisation "Hope". Kinder erzählen ihre Geschichten, berichten von der Angst zu sterben. Eine Frau bricht in Tränen aus. Sie trägt den Virus in sich. Ihre kleine Tochter interessiert sich derveil für die Kameras des Fotografen. "Sie ist zum Glück nicht infiziert", sagt die Mutter. Das gebe ihr Kraft zum Leben. Aber auch Kraft, um im Hilfszentrum mitzuarbeiten und andere aufzuklären. Die Botschaft, die sie und ihre Mitstreiter verbreiten, lautet: "Wenn Du kein AIDS hast, denke nicht. dass Du es nicht morgen schon haben kannst."

"Welcome Mama", wird Christina Rau am Nachmittag in Mandeni, einem kleinen Ort nicht weit von der Ozeanküste begrüßt. Mama bedeutet in der Sprache der Zulu "Königin"  - oder eben "First Lady". LoveLive heißt das Projekt, das von UNICEF unterstüzt wird. Sport und Freizeitangebote werden gemacht, natürlich gibt es kostenlos Kondome und Aufklärung.

Die Theatergruppe Sesuego mit Kindern und Jugendlichen klärt in kleinen Sketchen und mit viel Musik ülber die Gefahren von ungeschütztem Sex auf. Eine Botschaft geht dabei auch an die Eltern: "Lasst uns Kinder sein. Schluss mit sexueller Gewalt gegen Kinder". Wie ein Wanderzirkus zieht die Bühne dabei durch das Dorf. Christina Rau immer dabei. An diesem Tag ist sie auch schon wieder fast zehn Stunden unterwegs. Erst fünf Stunden später wird sie wieder im Hotel sein. Die Frau mit den wachen, stets interessierten, mitfühlenden Augen zeigt derweil keine Anzeichen von Müdigkeit. "Ich habe mich ganz bewusst entschieden, für UNICEF die Schirmherrschaft zu übernehmen", sagt sie. "Nun will ich sie auch ausfüllen."

Honza Klein, Berliner Morgenpost

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